Strausswachtel

Steckbrief
Verbreitungsgebiet: 
Südostasien: auf Sumatra, Borneo und in Malaysia
Lebensraum: 
Unterholz und dichter Busch im immergrünen tropischen Regenwald und Bambushaine
Nahrung: 
Insekten und Würmer, sowie Früchte und Sämereien
Größe: 
25 bis 27 cm; Gewicht: Männchen bis zu 190g, Weibchen 140g
Strausswachtel

 
Ordnung: Galliformes (Hühnervögel)
Familie: Phasianidae (Glattfusshühner)
Gattung und Art: Rollulus roulroul
 

Die annähernd kugelrunden Strausswachteln besitzen einen kurzen Schwanz, rötliche Beine und einen dunkelgrauen bis schwarzen Schnabel, der im Ansatz rötlich ist. Der Augenbereich ist leuchtend rot gefärbt.
Das Männchen, das nur wenig grösser ist als das Weibchen, trägt ein schimmernd bläulich-schwarzes Gefieder und besitzt einen markanten bräunlich-roten Schopf auf seinem Hinterkopf, der aus borstigen rötlichen Federn besteht.
Das Weibchen ist grünlich gefärbt und besitzt kastanienbraune rundliche Flügel.
 
Strausswachteln haben, wie nahezu alle Glattfusshühner, einen schweren rundlichen Körperbau mit kurzen Beinen und gerundeten Flügel. Sie sind gute Läufer und fliegen selten, meist nur wenn grosse Gefahr droht. Dabei verlassen sie sich auf Glykogen verbrennende Sprintermuskeln, die ihnen ermöglichen mit raschen Flügelschlägen aus der Deckung auszubrechen. Strausswachteln halten sich tagsüber meist in der dämmrigen Waldbodenzone auf, nur zum Schlafen fliegen sie auf einen Baum.

Die tag- und dämmerungsaktiven Strausswachteln leben in kleinen Scharen (meist in Gruppen bis zu 12 Vögel) und suchen auch gemeinsam Nahrung. Dabei scharren sie, wie es für Hühnervögel typisch ist, den Waldboden ab. Auf Borneo wurde auch beobachtet, wie sie den Bartschweinen folgten und so auf den von den Schweinen bereits aufgewühlten Boden bequem ihre Nahrung, z.B. Würmer, fanden.
 Strausswachteln leben ein Leben lang zusammen. Für die Brut sondern sich die Paare ab und bauen ein Nest, meist in einer selbst gescharrten Mulde, gut getarnt unter einem Busch. Das Nest der Strausswachteln, es wird auch Kuppelnest genannt, ist sehr komplex gebaut: Die Mulde wird mit trockenen Blättern ausgelegt und dann noch mit einem Dach versehen, so dass das Nest ganzheitlich versteckt ist. Das Einschlupfloch wird von der brütenden Henne nachts noch verschlossen.
Das Gelege besteht aus vier bis sechs Eiern, die das Weibchen im Abstand von zwei Tagen legt. Die Brutdauer beträgt rund 20 Tage. Für Hühnervögel ganz untypisch werden die Küken, welche noch am Tag des Schlupfs das Nest verlassen, von Schnabel zu Schnabel gefüttert.