Alpenkrähe

Steckbrief
Herkunft: 
Europa, Afrika, Asien
Verbreitungsgebiet: 
Irland, Wales, Südwestschottland, Bretagne, Iberische Halbinsel, Palma (Kanarische Inseln), westliches Nordafrika, Südeuropa, Vorderasien bis Zentralasien. In der Schweiz sehr selten und nur noch im Wallis frei brütend.
Lebensraum: 
Vorwiegend Gebirge und Hochgebirge, alpine Matten und Küstenregionen
Nahrung: 
Allesfresser: Wirbellose (Ameisen, Insekten, Käfer, Regenwürmer), Samen, Beeren und andere Früchte. Vereinzelt auch Kleinsäuger, Eidechsen und Eier. Meiden für gewöhnlich Aas und menschliche Abfälle
Größe: 
Länge: 37 - 41 cm; Spannweite 68 - 80 cm. Weibchen sind im Mittel geringfügig kleiner und leichter als Männchen Schnabellänge: 51 - 70 mm (m.) und 47 - 58 mm (w.)
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Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Familie: Rabenvögel (Corvidae)
Gattung: Bergkrähen (Pyrrhocorax)
Art: Alpenkrähe (Pyrrhocorax pyrrhocorax)
 
Die Alpenkrähe gehört zu den mittelgrossen Vertretern der Rabenvögel und hat mit ihren acht Unterarten ein weites Verbreitungsgebiet. Die Art gilt als oft wenig scheu. Alpenkrähen sind gesellige Vögel und leben die meiste Zeit des Jahres in kleinen Schwärmen. Gelegentlich können Schwärme stark anwachsen und dann mehrere Hundert oder Tausend Vögel umfassen.
 
Beide Geschlechter haben ein tiefschwarzes, eng anliegendes Gefieder mit einem, je nach Unterart, grünlich- oder bläulich-metallischen Glanz. Die Alpenkrähe ist gut zu erkennen an ihrer langen, schmalen Kopfpartie, dem spitzen, langen roten nach unten gebogenen Schnabel und den ebenfalls langen roten Beinen. Die Alpendohle mit der die Alpenkrähe oft verwechselt wird, hat hingegen einen gelben Schnabel und korallenrote Füsse. Die bei Rabenvögel typischen Nasalborsten sind bei der Alpenkrähe sehr kurz und bedecken nur knapp die Nasenlöcher. Die Flügel sind recht lang, breit und mit gradem Hinterrand sowie gerundeter, tief gefingerter Flügelspitze. Der recht kurze Schwanz ist gerade abgeschnitten. Der typische Ruf, ein schneidendes, pfeifendes „tijach“ ist oft im Flug zu hören.
 
Wendige und vielseitige Flieger
Die Alpenkrähe verfügt über ein akrobatisches Flugvermögen. Sie vollführt trotz ihrer breiten, ausgefransten Flügeln mit grösster Leichtigkeit schnelle Drehungen und jähe Richtungswechsel sowie Abstürze mit angewinkelten Flügeln und sausendem Fluggeräusch, um gleich darauf wieder himmelwärts zu schiessen. Die akrobatischen Vorführungen dienen auch der Balz.
 
Brutbiologie:
Die Alpenkrähe brütet im Gebirge auf 1200 bis 3000m, gebietsweise auch höher mit Steilabfällen und Schluchten, aber auch an der Steilküste mit Grotten und tiefen Spalten auf Meereshöhe. Das Nest wir auf Felssimsen, in Nischen und Spalten von Felswänden, manchmal auch in Höhlungen von Gebäuden und Ruinen von beiden Partnern gemeinsam gebaut. Das Nest befindet sich, wenn möglich, abseits von den Nestern anderer Paare. Bei Mangel an geeigneten Brutplätzen Tendenz zu Koloniebildung, mitunter zusammen mit Alpendohlen. Brutpaare, die das zweite Jahr überstanden haben, bleiben meist bis zum Tod eines Partners zusammen. Das Gelege umfasst 3 - 6 Eier und wird während 21 - 23 Tage vom Weibchen alleine bebrütet, während es vom Männchen mit Futter versorgt wird. Die Nestlingsdauer beträgt 37 – 40 Tage.
 
Gefährdung, Krankheiten, Mortalitätsursachen, Lebenserwartung:
Zwar gilt die Alpenkrähe global als nicht bedroht, in Europa ist ihr Bestand allerdings weiterhin rückläufig. Ursache ist vor allem der Verlust von geeigneten Brut- und Nahrungshabitaten. Die Schweiz, die aktuell noch etwa 50 Brutpaare beherbergt, stuft die Alpenkrähe auf ihrer nationalen Roten Liste als stark gefährdet ein. Zu den Fressfeinden der Alpenkrähe zählen Uhu, Wanderfalke und Zwergadler. Örtlich wird sie vom Menschen auch immer noch als Schädling oder zu Sportzwecken abgeschossen. Im Gefieder der Art fanden sich unter anderem Milben sowie Kieferläuse. Der älteste Vogel (männlich) in freier Wildbahn wurde 17 Jahre alt. Zoo- und Volierenvögel erreichten ein Alter von 28 und 31 Jahren.
 
 
Text und Foto: Nadia Breiter
 
 
Quellen / Literatur:
-Vögel – Zootierhaltung / Tiere in menschlicher Obhut, W. Grummt, H. Strehlow (Hrsg.) Verlag Harri Deutsch
-Der neue Kosmos Vogelführer, Kosmos-Verlag Stuttgart, 1999
- Tiere - Die grosse Bild-Enzyklopädie, von David Burnie, Dorling Kindersley, London, 2006
- Wikipedia.org